. . . wo die Dörfer rund sind

Bussau und Schreyahn, Satemin und Tolstefanz, Breese im Bruche, Jameln und noch viele Dörfer mehr sind in die Runde gebaut. Rundlinge im Wendland und in der Clenzer Schweiz... da werden Bilder wach von Fachwerkhäusern, die um den Dorfplatz stehen, von gepflegtem bäuerlichen Erbe und von fröhlichen Festen. Im Rundlingsmuseum in Lübeln ist die Kultur von Jahrhunderten hinter der Groot Döör zu besichtigen.

Rundlinge im Wendland

In die alten Dörfer ist neues Leben eingezogen. Kreativ und zukunftsbezogen wird hier an Projekten gearbeitet. Ökologisch bauen und biologisch wirtschaften, energiesparend haushalten – das bewegt Architekten, Ingenieure und junge Landwirte, die hinter bunten Fachwerkfassaden wohnen.

Wo die Dörfer rund sind III

Denkmalgeschützt sind die vielgiebeligen historischen Innenstädte von Hitzacker, Dannenberg und Lüchow. Zusammen mit den Rundlingsdörfern sind sie Teil der „Deutschen Fachwerkstraße“.

Kleine Rundlingsreise

Rundlingsdörfer sind im Wendland sehr gut erhalten. Der Rundlingsverein erhielt für sein Engagement den Kulturerbepreis „Europa Nostra Awards 2015“.

Ihr Ursprung ist auch nach heutiger Erkenntnis noch immer rätselhaft. Sind Rundlinge slawischen Ursprungs? Waren sie als Viehkrale angelegt? Oder sind es vor allem wirtschaftliche Gründe gewesen, die zu dieser Dorfform geführt haben? Typisch jedenfalls sind kleine Dörfer mit drei bis zehn Hofstellen und häufig nur einem Zufahrtsweg. Sie liegen meist abseits von großen Verkehrswegen. Über die Entstehungszeit der meisten Rundlinge im Wendland ist wenig bekannt.

Rundlinge im Wendland finden erste Erwähnungen im 11. und 12. Jahrhundert. Ausgrabungen deuten auf eine slawische Bevölkerung zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert hin. Das heutige Rundlingsdorf ist nicht nur durch die Siedlungsform, sondern auch durch den Haustyp und seiner Erhaltung geprägt.

Lassen Sie sich zu einer „kleinen Rundlingsreise“ verführen, die Sie durch eine Auswahl (von insgesamt über 100 Rundlinge im Wendland) von einmaligen in die „Runde“ gebauten Dörfern führt.

Lübeln

Den Anfang der „kleinen Rundlingsreise“ macht wohl der bekannteste Rundling im Wendland. In enger Reihung stehen die Steilgiebelhäuser in der Runde. Das Rundlingsmuseum-Wendlandhof ist seit den siebziger Jahren zu einem eindrucksvollen bäuerlichen Freilichtmuseum umgestaltet worden. Wie die Ahnen den Flachs verarbeitet, Brot gebacken und Eisen geschmiedet haben, ist hier zu erfahren. In der Trachtenausstellung werden Bilder von einstigen Festtagen wach. Für`s leibliche Wohl wird auch gesorgt; und wer möchte, kann nach der „kleinen Rundlingsreise“ selbstgebackenes Brot und allerlei mehr erwerben.

Göttien

Dieser Ort zeigt das typische Bild eines intakten Rundlinges mit altem Baumbestand auf dem Dorfplatz. Vor dem Dorf steht eine große Hofeiche.

Diahren

Wegen des Fehlens einer auffälligen Platzbildung bezeichnet man Rundformen wie in diesem Dorf als „Sackgassen“: zwei einander gegenüberliegende Höfereihen werden im Dorfinnern durch einen kleinen Höfebogen verbunden. Südöstlich des alten Wohnkernes entstand 1899 eine Villa, ein mit Schmuckformen überladener Ziegelfachwerkbau.

Bussau

Den Dorfplatz umgibt eine fast geschlossene Reihe von niedersächsischen Bauernhäusern. Sie ging aus 5 Vollhöfen hervor. Bis vor wenigen Jahrzehnten herrschte auf dem Dorfplatz noch reges Treiben. Wie überall ging der gesamte Wagenverkehr zu den Höfen über den Platz. Pferdegespanne zogen Ackergeräte vorbei, Kühe wurden aus- und eingetrieben. Ein Flügel der die Mitte jeder Giebelwand betonenden Groot Dör stand stets gastlich offen.

Püggen

Das Dorf Püggen zählt zu den größten Rundlingen des Wendlandes. Südwestlich des Dorfplatzes stehen einige der ältesten Hallenhäuser. Diese Häuser sind aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Leider aber nur noch in Fragmenten erhalten. Das Haus Nr. 7 – ein Dreiständerhaus – aus dem Jahre 1651, diente bis ins 20 Jahrhundert hinein als Wassermühle. Sie war die einzige Mühle im Wendland, die an einem Dorfplatz lag.

Schreyahn

Dieser Rundling zählt zu den besterhaltendsten Rundlingsdörfern des Wendlandes. Der kreisförmige Dorfplatz wird von 14 Höfen umgeben, auf denen noch 10 giebelständige Vierständerhallenhäuser stehen. Die Gebäude stammen überwiegend aus dem 19. Jahrhundert.

Satemin

Ein typisches Rundlingsdorf, wo sich die Fachwerkgiebel der Häuser in kreisförmiger Anordnung um den Dorfplatz gruppieren. Nach einem Großbrand im Jahre 1850 wurden die Häuser im selben Jahr wieder aufgebaut, was durch die Jahreszahlen an den Häusern bekundet wird. Die Feldsteinkirche liegt wie bei allen Rundlingen außerhalb des Dorfes.

Breese im Bruche

Ein Dorf mit typischem Rundlingscharakter. Der Ort ist Sitz eines adeligen Geschlechts gewesen. 1517 kam die Familie Grote nach Breese im Bruche. 1592 erbauten Otto Grote und Elisabeth von Holle die Gutskapelle im Stil der Weser Renaissance die sich auch heute noch im Besitz der Familie Graf Grote befindet. Um den Mittelpunkt des Dorfplatzes gruppieren sich noch 5 von ehemals 8 giebelständigen Haupthäusern. Drei davon bilden eine Gemeinschaft der 3 Grundtypen des niedersächsischen Hallenhauses.

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Rundlinge im Wendland